Aus „Adornos gesammelter E-Mailverkehr in fünf Bänden“, Frankfurt 19xx

24.12.2006

Sehr geehrter Herr Teeonline,

seit Wochen, um nicht zu sagen seit Monaten, warte ich nun auf den bestellten Internetanschluß mit DSL, den mir Herr Callcenteragent aus Ihrer Serviceabteilung zuletzt für spätestens Anfang dieser, wie Sie bemerken werden, nun auch schon zu Ende gehenden, Woche versprochen hatte.

Doch wieder ist nichts geschehen.

Weder kann ich das Kritische-Theorie-Online-Portal erreichen, noch mich in den Philosophenchatroom einwählen, vom Abrufen und Senden meiner E-Mail ganz zu schweigen, weshalb ich auch nicht weiß, warum ich Ihnen dies eigentlich mit Thunderbird schreibe.

Vielleicht drucke ich es ja mit dem neuen Lexmark-Drucker aus und schicke es per Post.

Moment, ich sehe gerade, jetzt geht es, so dass ich es Ihnen doch als E-Mail schicken kann.

Hochachtungsvoll,

Ihr Theodor W. Adorno
Großdenker

Traumgeschichte

24.12.2006

Der Berg kreißte und gebar einen Renault Clio, in dem saß Herr M., zur Arbeit fahrend.

Jedoch nahm er an der Weggabelung nicht links die Überlandstraße nach W., dem Standort der Firma H&Y und mithin seines Arbeitsplatzes, sondern wählte vielmehr den Waldweg nach K., dem Wohnort von T., die er seit Monaten zu besuchen, ja sogar anzurufen vermied.

Auf der Fahrt durch den Forst passierte er auch die Bank, auf der er im Sommer öfter mit T. gesessen hatte, ohne, wie sich Herr M. jetzt bitter erinnerte, ihre Hand gehalten zu haben.

Auf der Rückenlehne der Bank saß eine Krähe, die, eigentlich eine Bewohnerin des freien Feldes, vom nass-kalten Wetter vertrieben seit einigen Tagen ihre Zeit im Wald verbrachte, wo sie mit ihrem kräftigen Schnabel Blätter beiseite schleudernd den Boden durchwühlte auf der Suche nach Schnecken und ähnlichem Getier, welches sie als Leckerbissen verschlang.

Kürzlich hatte sie dabei einen silbernen Ring gefunden, ein schönes Stück mit Stein.
Neugierig hatte sie eine Zeitlang damit gespielt, bis sie ihn schließlich, als sie seiner Nutzlosigkeit für sie gewahr wurde, achtlos fortgeworfen hatte, wie wohl auch der Mensch, an dessen Finger er einst gesteckt hatte.

2007

24.12.2006

Der Jahreswechsel wäre eigentlich ein geeigneter Anlass sich vorzunehmen, endlich ernsthaft mit dem Bloggen zu beginnen.

Aber man weiß ja wie das mit Vorsätzen so ist; da kann ich genauso gut wieder mit dem Rauchen anfangen…

Vorbild

24.12.2006

Nicht Ringelstern
noch Morgennatz
stehen auf dem Ehrenplatz

und auch nicht Thomas Bernhard
die Krone gebührt ganze alleine
nur dem Wolfgang Goethe

Vierzeiler

24.12.2006

1,
2,
3,
stimmt

Das Versmaß

24.12.2006

Das Versmaß steht auf falschem Fuß
und wackelt mit der Metrik

Der Kenner sieht’s und
denkt bei sich:

Ja,
so geht Ästhetik