Komisches Gedicht

12.10.2008

(Aus unerklärlichen Gründen in einer Art nachgemachtem Berliner Dialekt verfasst)

“Na, dit is ja ‘n komischet Jedicht!”
“Wat’n für’n Jedicht?”
“Na, ditte!”
“Welchet?”
“Na, ditte! Ditte!”
“Ich seh’ hier kein Gedicht!”
“Na, dann eben nicht.”
“Ach, ditte…”

Zyklus

12.10.2008

Der Winter ging
und mit ihm jede Illusion
dass alles noch beim Alten war

Das Frühjahr wurde licht und warm
und wie die Kräuter in den Bordsteinritzen
ergrünte auch die Emotion

Ich fasste mir ein Herz
zur Sommersonnenwende
und sagte ihr
wie ich die Sache sah

Der Sommer ging
wie sie gegangen war

Nun steht ein neuer Winter an
mal sehn
was noch passieren kann

Der Dichter

06.10.2008

Der Dichter sitzt im Kämmerlein
und dichtet einen Reim sich fein

Das Ergebnis seiner Müh’n und Plagen
kann man durch den Reißwolf jagen

Die Liebe

25.09.2008

Die Liebe kommt – wie alle Plagen
meist unerwartet über Nacht
Kaum ist man morgens aufgewacht
da drückt auch schon der Magen

Kein Appetit, die Knie weich
ein Pochen in der Stirn
ein Brei nur das Gehirn
die Augen matt, die Lippen bleich

Ausgedörrt sind alle Zellen
Oben schmerz der (linke) Arm
unten revoltiert der Darm
-vielleicht sind’s auch nur Salmonellen

Der Hase *

25.07.2008

Der Hase ist ein tumbes Tier,
er denkt stets nur an’s Nagen.
D’rum soll ihn auch der Jägersmann
bis an sein Ende jagen!

Possierlich aus der Fern’ betrachtet,
zeigt er sich bei Licht als Grau’n:
mit langem Ohr und kurzem Schwanz
ist er entsetzlich anzuschau’n.

Reckt’s Pflänzlein zart den grünen Kopf
schon wird es grausam abgebissen,
Die Wiese bald, wie Wald und Weg,
ist flächendeckend vollgeschissen.

Die Milchkuh auf der grünen Weide
bricht strauchelnd sich dass Vorderbein.
Es wird der Urheber des Lochs
zweifellos ein Hase sein.

Durchwühlt wird gründlich Deich und Damm,
verursacht mächt’ger Schaden.
Der Has’ unter den Tieren ist
wahrlich ein Bin Laden.


* Anmerkung des Autors:
Gemeint ist hier natürlich das Kaninchen.
Dieses jedoch zerstört in seinem Rasen nicht nur Flutschutzbauten und landwirtschaftliche Flächen, nein, auch die Metrik vernichtet es bereits ab Zeile Eins!

Der Tag

06.07.2008

Ein Gedicht für Kinder

Morgens fängt die Scheiße an
und endet Abends irgendwann

Stressbewältigung

28.06.2008

Ich trinke wie ein Loch,
ich fresse wie ein Schwein
und rauche wie ein Schlot
- so geht’s zur Not

Ich fresse wie ein Schwein,
ich rauche wie ein Schlot
und trinke wie ein Loch
- so geht’s grad’ noch

Ich rauche wie ein Schlot,
ich trinke wie ein Loch
und fresse wie ein Schwein
- so lässt es sich gerade noch sein

Ich rauche wie ein Schwein,
ich fresse wie ein Loch,
ich trinke wie ein Schlot
und dichte wie ein Vollidiot

Zum Winterbeginn

21.12.2007

Das Leben ist ein alter Sack
und verläuft nicht gerade eben.
Zur Beerdigung trägt es gern Frack
und geht dann einen heben.

Mainacht

01.05.2007

Tanzt nur ohne mich
in den Mai.
Beim ‘raustanzen bin ich
dann wieder dabei!

Vorbild

24.12.2006

Nicht Ringelstern
noch Morgennatz
stehen auf dem Ehrenplatz

und auch nicht Thomas Bernhard
die Krone gebührt ganze alleine
nur dem Wolfgang Goethe

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